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Vom Killerspiel zur staatlichen Subventionierung - Große Koalition will eSport als Sport anerkennen

Letzen Mittwoch kurz nach 14 Uhr gab mein Handy keine Ruhe. Sämtliche News-Apps schlugen an, als Frau Merkel und Politik-Kollegen endlich eine neue Regierung für die Bundesrepublik ankündigten. Während diese Neuigkeit wohl auf einigen Millionen Handydisplays in ganz Deutschland aufpoppten, mischte sich bei mir noch eine andere Schlagzeile darunter: Die beiden Regierungsparteien wollen den eSport als Sport anerkennen, mit Vereinsrecht, steuerlichen Ersparnissen und olympischer Perspektive.

Vorbei also die Zeiten wo man im Bundestag Sätze über die Killerspiele hörte. Nachdem die 2005er-Variante des Koalitionsvertrags zwischen FDP und CDU noch ein Verbot von Killerspielen beinhaltete, steht knapp 13 Jahre später konkret in dem Papier: „Wir erkennen die wachsende Bedeutung der eSport-Landschaft in Deutschland an. Da eSport wichtige Fähigkeiten schult, die nicht nur in der digitalen Welt von Bedeutung sind, Training und Sportstrukturen erfordert, werden wir eSport künftig vollständig als eigene Sportart mit Vereins- und Verbandsrecht anerkennen und bei der Schaffung einer olympischen Perspektive unterstützen.“

Der Präsident der deutschen Esport Vereinigung (ESDB) Hans Jagnow bezeichnet diesen Schritt als möglichen „Wendepunkt in der Diskussion um Esport in Deutschland.“ Außerdem hofft er, „dass wir in diesem Jahr noch erleben, was für deutsche Esportlerinnen und Esportler für über 20 Jahre ein Traum blieb: die politische, rechtliche und gesellschaftliche Anerkennung als Sportart".

Aber auch wenn diese Klausel des Koalitionsvertrages eine kleine Welle der Euphorie innerhalb der eSport Szene auslöste, wird gleichzeitig auch Kritik an der Entwicklung laut. So twitterte Counter Strike Journalist und Analyst Duncan "Thorin" Shields: “Wenn ihr denkt, dass es eine gute Entwicklung ist, wenn Länder eSport als Sport anerkennen, solltet ihr abwarten bis diese Länder ihre eigenen Kontrollgremien einsetzen und dann entscheiden, welche Turniere stattfinden dürfen – wahrscheinlich auf der Basis von Bestechung und Korruption.“

Auch wenn diese Bewertung etwas zu pessimistisch ausfällt, so stimmt doch, dass mit erhöhter Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auch mehr Verantwortung bei Spielern, Turnierveranstaltern und Berichterstattern der noch jungen eSport-Szene liegt. Wie genau und wann die Vorhaben der Koalitionäre in die Tat umgesetzt werden ist im Übrigen noch offen – und beim leidigen Thema Olympia hat das letzte Wort dann eh der DOSB.

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